Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kennt das Problem: Überschüssiger Solarstrom, der nicht selbst verbraucht wird, geht meist zu einem deutlich niedrigeren Preis ins Netz, als man für zugekauften Strom bezahlt. Ein PV-Heizstab wandelt diesen Überschuss stattdessen direkt in Warmwasser oder Heizungswärme um. Doch welche Variante ist die richtige – DC oder AC, welche Leistung, und was hat es mit dem Fronius Ohmpilot auf sich?

Wie funktioniert ein PV-Heizstab?

Ein PV-Heizstab wird in einen Warmwasser- oder Pufferspeicher eingebaut, meist über ein Einschraub- oder Flanschgewinde. Sobald mehr Solarstrom produziert wird, als im Haushalt gerade verbraucht wird, steuert ein Regler die Leistung des Heizstabs entsprechend – so wird der Überschuss in nutzbare Wärme statt ins öffentliche Netz umgewandelt.

DC-Heizstab vs. AC-Heizstab: Der Unterschied

Bei der Einbindung von PV-Heizstäben gibt es grundsätzlich zwei technische Ansätze:

  • AC-Heizstab (Wechselstrom): Wird über einen Verbrauchsregler gesteuert, der den PV-Überschuss auf der Wechselstromseite misst (nach dem Wechselrichter) und die Heizstableistung entsprechend regelt. Diese Lösung ist die gängigste und funktioniert mit den meisten marktüblichen PV-Anlagen und Reglern, etwa von Fronius, SMA oder Smartfox.
  • DC-Heizstab (Gleichstrom): Nutzt den Solarstrom direkt von der Gleichstromseite, also bevor er durch den Wechselrichter läuft. Das kann in bestimmten Anlagenkonfigurationen Umwandlungsverluste reduzieren, erfordert aber eine passende Verkabelung und ist seltener verbreitet als die AC-Lösung.

Für die meisten Eigenheimbesitzer mit einer Standard-PV-Anlage ist die AC-Lösung die unkompliziertere und flexiblere Wahl, da sie sich unabhängig vom Wechselrichter-Hersteller nachrüsten lässt.

PV-Heizstab und Fronius Ohmpilot: Was Sie wissen sollten

Besitzer einer Fronius-Wechselrichteranlage nutzen häufig den Fronius Ohmpilot als Verbrauchsregler. Der Ohmpilot misst den aktuellen PV-Überschuss und regelt die Heizstableistung stufenlos zwischen 0 und 100 % – ganz ohne Ein-/Aus-Takten, was Speicher und Heizstab schont.

Wichtig: Nicht jeder PV-Heizstab ist automatisch mit dem Ohmpilot kompatibel. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Heizstab explizit für die Steuerung über den Ohmpilot ausgelegt ist. Unser ASKOHEAT-OP ist speziell auf diese Kombination abgestimmt und lässt sich direkt in bestehende Fronius-Anlagen einbinden – auch als Flansch-Variante mit dem ASKOHEAT-FOP erhältlich.

Nutzen Sie einen anderen Regler oder Energiemanager – etwa SMA Sunny Home Manager, Smartfox, Kostal, E3/DC, Solarmanager, TQ, SENEC oder Huawei – ist die universelle Serie die richtige Wahl: ASKOHEAT+ (Einschraubgewinde) oder ASKOHEAT-F+ (Flansch). Diese Modelle lassen sich über Modbus-TCP, Modbus-RTU, RS485 oder 0–10V in nahezu jedes gängige Energiemanagementsystem einbinden.

Welche Leistung (kW) brauche ich?

Neben dem passenden Regler entscheidet die Größe der PV-Anlage, welche Heizstableistung sinnvoll ist. Als grobe Orientierung:

PV-Anlage bis 5 kWp ca. 1,75–2 kW Heizstab
PV-Anlage 5–10 kWp ca. 2,5–4,5 kW Heizstab
PV-Anlage 10–15 kWp ca. 4,5–7,5 kW Heizstab
PV-Anlage über 15 kWp ca. 8–9 kW Heizstab

Bei stufenlos geregelten Modellen (ASKOHEAT-OP, ASKOHEAT-FOP) darf die Leistung ruhig etwas großzügiger gewählt werden, da der Ohmpilot die Leistung ohnehin fein zwischen 0 und 100 % anpasst. Bei stufig geregelten Modellen (ASKOHEAT+, ASKOHEAT-F+) empfiehlt sich eine Leistung möglichst nah am typischen PV-Überschuss, damit die Schaltstufen den Überschuss möglichst genau treffen.

Welcher PV-Heizstab passt zu mir?

  • Fronius-Anlage mit Ohmpilot, Einschraubgewinde: ASKOHEAT-OP
  • Fronius-Anlage mit Ohmpilot, Flanschanschluss: ASKOHEAT-FOP
  • Andere Wechselrichter-Marke oder noch unklares Reglersystem, Einschraubgewinde: ASKOHEAT+
  • Andere Wechselrichter-Marke oder noch unklares Reglersystem, Flanschanschluss: ASKOHEAT-F+

Fazit

Ein PV-Heizstab ist eine der einfachsten Möglichkeiten, den Eigenverbrauchsanteil einer Photovoltaikanlage zu erhöhen. Entscheidend für die Wahl des passenden Modells sind zwei Fragen: Welches Reglersystem setzen Sie ein (Fronius Ohmpilot oder ein anderer Energiemanager), und welchen Anschluss hat Ihr Speicher (Einschraubgewinde oder Flansch)? Die passende kW-Leistung richtet sich danach, wie groß Ihre PV-Anlage ist.

Bei Fragen zur passenden Auswahl für Ihre Anlage unterstützt Sie unser Team gerne – auch direkt per WhatsApp.